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Wettkampf

Jiu Jitsu Wettkampfregeln

 

Das JJ Kampfsystem ist vorwiegend eine technische Angelegenheit mit einem System durchdachter wirksamer Griffe. Dieses Wettkampfsystem soll einen Wettkampf mit Fairnss und Freude garantieren, so dass jeder Kämpfer an Erfahrung, Wissen und Können gewinnen kann.

 

Die JJ Kampf Kleidung

 

Fester, sauberer, Jiu Jitsu Anzug, die Jacke muss das Gesäß, der Ärmel den halben Unterarm und die Hose mindestens die Waden bedecken. Auf der linken Seite der Jacke muss das Schulabzeichen aufgenäht sein.  Unter dem Anzug sollten Herren einen Tiefschutz tragen. Eventuelle Bandagen dürfen nicht mit Metallklammern zusammengehalten werden. Schmuck jeglicher Art ist verboten. Lange Haare müssen fest mit weichem Material zusammengebunden werden. Haarspangen, Klammern und Brillen sind nicht erlaubt. Finger und Fußnägel sind kurz zu halten.  

Die Mannschaftsführer haben auf diese vorschriftsmäßige Kleidung der JJ Kämpfer zu achten, da sonst die Kampfrichter eine Kampfzulassung ablehnen können.

 

Die Jiu Jitsu Kampftechniken

Im JJ Kampf sind alle Techniken aus dem Jiu Jitsu, Judo, Ringen und Sambo erlaubt: 

 

Würfe, Armhebel, Handgelenkgriffe, Nackenhebel, Würgergriffe, Schulterhebel, Fuß-, Beuge- und Streckhebel, Scheren mit den Armen, Beinen und Füßen im Stand und am Boden.

 

Einschränkungen:

  • Würfe, Sicheln und Feger sind nur bis zur  Kniehöhe anzusetzen.
  • Nackenhebel nur in Verbindung mit einem Wurf- oder Haltegriff ohne Dreh- und Ruckbewegungen des Nackens.
  • Nackenhebel, Schulter- und Armhebel, Scheren sowie Würgegriffe dürfen nur ohne Ruckbewegungen angesetzt werden.

 

Verbotene Handlungen im JJ Kampf

  • Unkontrollierte, unfaire Techniken und Bewegungen.
  • Würgen mit der Handkante, Fuß, Faust auf der Kehle.
  • Handgelenkhebel im Stand.
  • Ansprungscheren von vorne.
  • Kopfansprungscheren.
  • Reissen an Ohren, Nase, Haare oder im Gesicht.
  • Finger und Zehen verdrehen.
  • Tritte, Schläge, mit Wucht ausgeübte Stöße.
  • Schlagen und Drücken in die Weichteile oder in das Gesicht.
  • Fallen lassen auf dem Partner.
  • Nervendruckpressen.
  • Den Partner nach hinten über die Wirbelsäule ziehen.
  • Den Gegner mutwillig ausserhalb der Kampffläche drücken oder werfen. Alle Techniken ausserhalb der Kampffläche werden mit einer Verwarnung belegt.
  • Selbst dem Kampf ausweichen oder nach aussen flüchten.
  • Das Gesicht des Partners durch den eigenen Körper verdecken.

 Ebenso verboten sind:

  • Abfällige Bemerkungen oder Gesten gegen den Gegner, Trainer und Betreuer, dem Kampfgericht, dem Mattenrichter und Offizielle.
  • Das Sprechen auf der Matte

 

Verbotene Handlungen müssen je nach Schwere mit einer  Ermahnung oder Verwahnung geahndet werden.

Jeder Kämpfer ist verpflichtet, die Techniken so auszuführen, dass der Partner die Zeit hat, abzuklopfen.

Jeder Kämpfer ist auch dazu verpflichtet, rechtzeitig abzuklopfen bzw. rechtzeitig den Kampf aufzugeben.

 

Situationen, die vom Kampfrichter zu unterbrechen sind und zu einer erneuten Aufstellung der Kämpfer führen

  • Nierenschere, bei der der ausführende Partner die Schulter von der Matte angehoben hat und somit beide Partner tatenlos voreinander sitzen.
  • Nierenschere, bei der der Kontrollierte seinen Partner mit dem Po 10cm und mit der Schulter 30cm von der Matte angehoben hat.
  • Der gedrehte Nackenhebel im Festhalter seitwärts muss sofort gelöst werden.
  • Wenn sich die Kämpfer über die Bank Position hinaus in einer Aufwärtsbewegung befinden.
  • Techniken oder Situationen, die der Kampfrichter nicht mehr kontrolliert richten und oder bewerten kann.

 

Jiu Jitsu Kampftechniken Basic

 

Der Basic Wettkampf ist für Halbgelb- und Gelbgurte (mit max. 2 Turnieren) bis einschließlich 12 Jahren.

 

Zielsetzung des Jiu Jitsu Basic Kampfsystems ist es, Kampfneulinge an den Jiu Jitsu Wettkampf heranzuführen. Den Kämpfern wird die Möglichkeit gegeben, an einer Meisterschaft teilzunehmen, die Atmosphäre, die dort herrscht zu erleben und zu erfahren, wie es sich anfühlt, selber auf der Matte im Kampfgeschehen zu sein. Somit sollen Ängste abgebaut werden, so dass möglichst viele Menschen für den Jiu Jitsu Wettkampfsport begeistert werden können.

Der Jiu Jitsu Basicwettkampf findet ausschließlich in der Bodenlage statt. Nachdem sich die Kämpfer ca. einen Meter voneinander entfernt mit einer Verbeugung im Zensitz begrüßt haben, beginnt der Kampf mit dem Kommando "kämpft" des Kampfrichters. Das Basic System findet im Bodenkampf statt. Es ist erlaubt, einen Fuß im Kniestand hinzu zu nehmen.

 

Erlaubte Techniken:

  • Festhaltegriffe
  • Scheren
  • Armhebel
  • Überwürfe
  • Unterarmwürgen von hinten.
  • Bei Festhaltern muss eine Kontrolle des Partners vorhanden sein.

 

Verbotene Techiken

  • Alle Verbotenen Techniken aus dem Jiu Jitsu Wettkampf
  • Handgelenkhebel
  • Im Festhalter seitwärts, darf der Kämpfer den Kopf seines Partners nur so fassen, dass kein Nackenhebel entstehen kann.
  • Würgegriffe ( Ausnahme: Unterarmwürgen von hinten)

 

Die Wertung im Jiu Jitsu Kampf

Kampfpunkte, 1 Punkt gibt es für:

  • Alle fairen, technisch guten Würfe.
  • Festhalter von 10 Sekunden, Herren 15 Sekunden.
  • Haltegriffe werden auch nach Ablauf der Kampfzeit weitergezählt.
  • Bei einem Kampfpunkt wird der Kampf nicht unterbrochen.
  • Für eine Verwarnung des Gegners.

Siegpunkte, 3 Punkte gibt es für:

  • Einwandfreie Techniken, wenn der Partner  mit den Händen oder Füssen abklopft oder Halt, Stopp ruft.
  • Wenn eine angesetzte Technik zur Verletzung führen würde, kann der Kampfrichter die Technik schon im Ansatz lösen und einen Siegpunkt geben.
  • Bei einer Disqualifikation des Gegners
  • Bei Aufgabe des Gegners.
  • Bei einem Siegpunkt wird der Kampf unterbrochen. Die Kämpfer werden getrennt und nehmen wieder Aufstellung.

Falls eine Technik im Ansatz innerhalb von ca. 5 Sekunden keine Wirkung zeigt, kann der Kampfrichter die Technik ohne eine Bewertung lösen lassen.

 

Die Punktewertung im JJ Kampf

 

Siegpunkt 3 Punkte  
Kampfpunkt 1 Punkt  
Ermahnung 0 Punkte  
Verwarnung 

1 Punkt für den Gegner  ( 3 Verwarnungen ergeben eine Disqualifikation für das gesamte Turnier)

 
Disqualifikation 3 Punkte  Sieg für den Gegner ( Bei grober Unsportlichkeit geltend für das ganze Turnier) 
Arbeitssieg1 Punkt  
Kampfaufgabe 3 Punkte Sieg für den Gegner  

 

Bei einem Unentschieden kann der Kampfrichter 1 Minute nachkämpfen lassen.

 

Die Wettkampfzeiten

 

Herren 2 x 3 Minuten 1 Minute Pause 
Damen 2 x 3 Minuten 1 Minute Pause 
Jugend 2x2 Minuten 1 Minute Pause 
Schüler  2x2 Minuten 1 Minute Pause 
 

Die Festhalterzeiten

Festhalter 10 Sekunden bei den Damen, Schülern und Jugend.

Festhalter 15 Sekunden bei den Herren.

 

Die vorraussichtlichen Gewichtsklassen:

 

Schüler bis einschließlich 12 Jahre:

-22kg, -25kg, -28kg, -31kg, -35kg, -40kg, -45kg, -50kg, -55kg, +55kg

 

Jugend bis einschließlich 17 Jahre:

- 33kg, -37kg, -41kg, -45kg, -50kg, -55kg, -60kg, -65kg, -70kg, -75kg, +75kg

 

Damen

-50kg, -55kg, -60kg, -65kg, -70kg, -75kg, +75kg

 

Herren

-60kg, -65kg, -70kg, -75kg, -80kg, -85kg, -90kg, -95kg, +95kg

 

Sonderklassen

Mini und Golden Oldie Kampfklassen sind möglich und werden bei Bedarf vor Ort zusammengestellt. Nur in der Mini Klasse können weibliche gegen männliche Starter kämpfen.

 

Doppelstarts

Ein Start ist in der eigenen und der nächst höheren Gewichtsklasse möglich.

 

Der Gewichtsunterschied darf betragen:

 -30 kgmax. 3kg 
30kg - 50kg max. 5 kg 
50kg - 80 kg max. 6kg 
+80 kg max. 10kg  
  
Die Rahmengewichtsklassen können bei Bedarf innerhalb der Toleranzgrenzen verändert werden. Die Gewichtsklassen für das Turnier  werden vor Ort zusammengestellt, wobei die maximalen Gewichtsunterschiede nur mit Einverständnis des Kämpfers und des Mannschaftsführers überschritten werden darf.

 

Der Kampfbeginn

 

Nach dem ersten Aufruf durch den Listenführer haben die Kämpfer innerhalb von 5 Minuten an der Mattenfläche zu erscheinen. Ansonsten wird der Kampf zugunsten des Gegners gewertet. Die Kämpfer kommen mit gebundenem Kampfgürtel auf die Matte. Rot für den Erstaufgerufenen, weiß für den Zweitaufgerufenen. Dann treten die Kämpfer auf die Kampffläche, verbeugen sich mit dem Mattenrichter zum Kampfgericht, dann zueinander und warten auf das Kommando kämpft des Kampfrichters. Mit diesem Kommando ist der Kampf freigegeben.

 

Das Kampfende

Der Kampf ist beendet:

  • nach Ablauf der Kampfzeit
  • wenn ein Kämpfer 5 Punkte Vorsprung hat
  • wenn ein Kämpfer den Kampf aufgibt
  • wenn ein Kämpfer nicht antritt
  • bei Disqualifikation
  • bei Verletzung
  • bei mutwilliger Verletzung des Partners wird der Kämpfer automatisch disqualifiziert

Am Ende des Kampfes ( Gong, akustisches Zeichen oder Kampfrichterentscheid), treten sich die Kämpfer  wieder 3 Meter gegenüber und ordnen ihre Kleidung. Nach der gemeinsamen Verbeugung zum Kampfgericht, anschließend zueinander, gibt der Mattenrichter den Sieger bekannt.

Anschließend gehen die Kämpfer aufeinander zu und reichen sich die Had. Der Sieger meldet sich am Listenführertisch.

 

Verletzungen

 

Sollte es zu einer Verletzung kommen, hat der Verletzte 5 Minuten Regenerationszeit. Der Sanitäter oder Mannschaftsführer entscheidet, ob der Verletzte weiter kämpfen darf. Hat der unverletzte Kämpfer ursächlich (fahrlässig) die Verletzung des Gegners verschuldet, wird dem Verletzten der Sieg zugesprochen. Der Mattenrichter entscheidet, nach Absprache mit dem Hauptkampfrichter, ob der Kämpfer für das ganze Turnier, oder nur für diesen Kampf disqualifizeirt wird.

 

Der Sekundant

 

In der Kampfpause sitzt der Kämpfer auf der Matte am Mattenrand und kann von einem Sekundanten  (eigener Wahl) technisch und moralisch betreut werden. Der Sekundant kann seinen Kämpfer auch bei einer Verletzung oder bei einer vom Kampfrichter angeordneten Zwangspause betreuen. Ein Sekundant darf die Kampffläche nur in der Kampfpause oder nach Aufforderung durch den Kampfrichter betreten. Bei Fehlverhalten seines Sekundanten kann der Kämpfer bestraft werden.

 

Der Mannschaftsführer

 

Aufgaben:

  • Er hat auf die vorschriftsmäßige Kleidung seiner Wettkämpfer zu achten.
  • Er wird gefragt, wenn eine Wettkämpfer nicht in seiner Gewichtsklasse starten darf.
  • Bei zweifelshaften Entscheidungen, kann der HKR  den Mannschaftsführer mit zu Rate ziehen.
  • Er legt Protest beim Hauptkampfrichter ein.
  • Er vertritt das Dojo und die Mannschaft auf dem gesamten Wettkampf.

 

 

Der Hauptkampfrichter HKR

 

Der vor dem Wettkampf eingesetzte HKR überwacht das gesamte Turnier. In Zweifelsfällen oder Unstimmigkeiten fällt der HKR nach Anhörung des Kampfrichters, des Seitenrichters und der Mannschaftsführer die letzte Entscheidung. Diese entscheidung ist unantastbar. der HKr muss die gültige Kampfrichterlizenz besitzen und ein erfahrener Jiu Jitsu Kampfrichter sein. Der HKR darf in einen Kampf nicht direkt eingreifen oder diesen unterbrechen. Beratungen erfolgen nur in der Kampfpause oder auf Wunsch des Kampfrichters. Der HKR überwacht alle Kampfmatten. Proteste nimmt nur der HKR entgegen, wenn die übliche Protestgebühr hinterlegt wurde. Einen Protest kann nur der Mannschaftsführer des Kämpfers anmelden und nicht der Kämpfer selbst. Der mannschaftsführer erhält das Geld zurück, wenn dem Protest statgegeben wird. Sollte die Entscheidung des Kampfgerichts unberechtigt angezweifelt worden sein, wird die Protestgebühr für dei Ausrüstung der Meisterschaften verwendet. Die Protestgebühr wird vor dem Turnier vom Ausrichter in Absprache mit dem HKR bekannt gegeben.

 

 Die Protestgebühr

  • Proteste nimmt nur der HKR entgegen, wenn die Protestgebühr hinterlegt wird.
  • Die Höhe der Protestgebühr wird vor dem Turnier festgelegt. Sie wird vom Ausrichter in Absprache mit dem HKR bekannt gegeben.
  • Protest kann nur der Mannschaftsführer anmelden.
  • Die Protestgebühr wird bei Stattgebung des Protestes an den Mannschaftsführer zurückerstattet.
  • Sollte dem Protest nicht stattgegeben werden, wird das Geld für die Ausrüstung von Turnieren verwendet.

 

Der Kampfrichter KR

 

Der Kampfrichter leitet auf der Kampfmatte allein den Jiu Jitsu Kampf und trägt die Verantwortung. In Zweifelsfällen oder Unstimmigkeiten darf sich der Kampfrichter mit dem Seitenrichter bzw. Hauptkampfrichter beraten.

Jiu Jitsu Kämpfe dürfen nur ausgebildete Kampfrichter leiten 

 

Die Jiu Jitsu Kampfrichter Kleidung

 

Weißes Hemd ( rechter Oberarm, rote Armbinde), schwarze Fliege, schwarze lange Stoffhose und schwarze Mattenstiefel.

 

Das Kampfgericht

 

Das Kampfgericht besteht aus einem Listenführer, zwei Zeitnehmern (einer stoppt die Gesamtzeit, der andere die Haltegriffe und bedient auch den Gong), einem Seitenrichter, der gleichzeitig die Wertungstabelle bedient, dem Hauptkampfrichter und dem Kampfrichter. Der Seitenrichter hat gleichzeitig die Funktion eines Überwachenden und ist bei Unstimmigkeiten erster Ansprechpartner für den Kampfrichter.

Der Seitenrichter muss mindestens den blauen Gürtel im Jiu Jitsu erreicht haben und muss den Mattenrichter auf Fehlentscheidungen aufmerksam machen.

Das Mindestalter für Zeitnehmer und Seitenrichter beträgt 16 Jahre. Ausnahme sind Schulmeisterschaften. Die Teilnehmer am Kampfrichtertisch tragen eine schwarze Hose und ein weisses Hmd/Bluse.

 

 

Die Matte

Die Matte bei Jiu Jitsu Meisterschaften muss mindestens 6x6 Meter groß sein. Die Stärke der Matte muß mindestens 4 cm und höchstens 6 cm betragen.

 

Unvorhergesehene Situationen

 

Wenn bei einem Kampf eine Situation entstehen sollte, die in diesen Regeln nicht behandlet worden ist, so kann bei dieser Beratung der Kampfrichter mit dem HKR eine eigenverantwortliche Entscheidung treffen.

 

Das Ziel

Ein Wettkampf ist eine Herausforderung. Sie dient dazu, seine Fähigkeiten auszuprobieren und auszuloten. Bei jedem Kampf gewinnt jeder Kämpfer an Erfahrung, Wissen und Können. Es ist das Ziel der Mannschaft, ihren Kämpfer zu stärken und aufzubauen. Ebenso soll der Mannschaftsführer zwar seine eigenen Kämpfer deutlich unterstützen, jedoch soll er immer ein klares Vorbild für seine Kämpfer/Schüler bleiben: Freude und Fairneß im Wettkampf und Toleranz auch bei schwierigen Entscheidungen des KR. Schließlich sollten alle Clubs den Wettkampf auch zu einem gemeinsamen Treffen nutzen, wo Kontakte aufgebaut, erneuert und freundschaftlich vertieft werden können. Den Kämpfern soll die lange Tradition des ehrlichen und fairen Wettkampfs positiv vorgelebt, gezeigt und vermittelt werden. Diese Verantwortung tragen alle Clubleiter, Mannschaftsführer, Betreuer und besonders Ausrichter im Sinne unser sportlichen Vorbilder.